Folge 9: Das Geld der EU
Woher es kommt, wohin es geht und wer entscheidet
Zum Mitlesen
Tipp auf einen Satz, um dorthin zu springen.
Ein Auslandssemester in Spanien, ein neuer Radweg im Dorf, Geld für einen Bauernhof: Oft steht da ein kleines Schild mit EU-Flagge. Aber woher hat die EU eigentlich ihr Geld? Und wer entscheidet, wofür es ausgegeben wird?
Für 2026 hat die EU rund 193 Milliarden Euro eingeplant. Klingt nach sehr viel. Pro Mensch in der EU sind das aber nur etwa 430 Euro im Jahr, gut ein Euro am Tag. Und es ist rund ein Prozent der Wirtschaftsleistung der EU. Das meiste Geld für Schulen, Straßen und Renten geben die Länder selbst aus.
Das meiste Geld überweisen die Mitgliedsländer, je nachdem, wie stark ihre Wirtschaft ist. Dazu kommen ein kleiner Teil der Mehrwertsteuer, Zölle auf Waren von außerhalb der EU und seit 2021 eine Abgabe für Plastikverpackungen, die nicht recycelt werden. Eigene Steuern darf die EU übrigens nicht einfach erheben. Dafür müssten alle Länder zustimmen.
Und wofür? Jeweils rund ein Drittel geht an ärmere Regionen, damit sie aufholen, und an die Landwirtschaft. Der Rest verteilt sich: Forschung, Erasmus+, Grenzschutz, Hilfe für andere Länder und die Verwaltung der EU selbst. Erasmus+ zum Beispiel hat bis 2027 gut 26 Milliarden Euro. Seit 1987 haben über 13 Millionen Menschen damit im Ausland gelernt oder gearbeitet.
Manche Länder zahlen mehr ein, als direkt wieder zurückfließt, zum Beispiel Deutschland. Ärmere Regionen bekommen mehr. Das ist so gewollt: Wenn alle Regionen aufholen, profitieren alle vom gemeinsamen Markt, auch die Länder, die mehr einzahlen.
Wer bestimmt über das Geld? Zuerst gibt es einen Plan für sieben Jahre, den Finanzrahmen. Den beschließen die Länder im Rat einstimmig, und das Parlament muss zustimmen. Innerhalb dieses Rahmens beschließen Parlament und Rat jedes Jahr gemeinsam den Haushalt. Das Parlament kann ihn sogar ablehnen.
Und am Ende? Der Europäische Rechnungshof in Luxemburg prüft, ob das Geld richtig ausgegeben wurde. Und das Parlament entscheidet jedes Jahr, ob es die Ausgaben der Kommission absegnet. Das heißt Entlastung.
Merke: Der EU-Haushalt ist klein im Vergleich zu dem der Länder, aber er bewegt viel. Und über das Geld entscheiden Parlament und Rat gemeinsam.
Jetzt kennst du die EU. Bleibt die wichtigste Frage: Was hast du damit zu tun? Mehr als du denkst. Das zeigen wir in der letzten Folge.
Folge 10: Deine Stimme
Wie du in der EU mitreden kannst
Bei der Europawahl 2024 durften in Deutschland erstmals Sechzehnjährige wählen. Die nächste Wahl ist 2029. Vielleicht bist du dann dabei.



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